Klimacamp Nürnberg
Über Uns

Über Uns

Ursprünge

von Donnerstag, dem 03.09.2020 bis zum 30.04.2022 stand das Klimacamp über 600 Tage lang auf dem Sebalder Platz in direkter Sichtweite des alten Rathauses mit dem Büro des Oberbürgermeisters. Eine 24 Stunden Dauermahnwache als Protest gegen die weitgehende klimapolitische Untätigkeit der Stadt Nürnberg und Widerstand gegen das weiter so, wie das Festhalten am Ausbau des Frankenschnellwegs.

So haben auf dem Camp viele Veranstaltungen stattgefunden. Veranstaltungen die sich mit der Klimakrise, den gesellschaftlichen Zusammenhängen und verwandten Themen beschäftigten. Veranstaltungen zur Vernetzung und Organisation von Widerstand gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur. Veranstaltungen zur Solidarität mit den vielen Kämpfen für eine bessere Welt.

Plattform-Klimacamp

Der Anfang des Klimacamps war ein Ort, ja der Ort in Nürnberg wo der Protest gegen die Zerstörung der Umwelt öffentlich artikuliert wurde. Zugleich war es ein Raum der Vernetzung und des Austauschs für alle, die die sich anbahnende Klimakatastrophe als Symptom von tieferliegenden gesellschaftlichen Strukturen begriffen.

Während Politik und Regierungen versuchen abzulenken, zu verharmlosen oder uns mit weitgehend untauglichen Maßnahmen abspeisen, haben wir längst erkannt, dass der Kampf gegen die Ausbeutung der Umwelt notwendigerweise antikolonial, antirassistisch, antipatriachal, antifaschistisch ja herrschaftskritisch ist. Unser Widerstand gilt allen unterdrückerischen Verhältnissen.

Da die Ausbeutung des Menschen und die Ausbeutung von Natur und Umwelt zwei Seiten der selben Medaille sind, setzen wir uns kritisch mit dem kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem auseinander.

Uns ist wichtig, dass Klimacamp ein offener Raum ist. Diskriminierende Verhaltensweisen und hierarchische Strukturen lehnen wir ab. Dabei reflektieren wir unsere jeweilige privilegierte Stellung.


Die Klimakrise ist real

Wir sehen den Klimawandel nicht als rein klimawissenschaftliches Phänomen, sondern als Ausdruck ungleicher gesellschaftlicher Verhältnisse. Eine allein an Technologie orientierte umweltpolitische Herangehensweise wird diese ungleichen gesellschaftlichen Verhältnisse lediglich weiter zementieren, anstatt die Klimakrise aufzuhalten.

Mit einem sogenannten „Green-Deal“ soll der Kapitalismus grün erblühen, wobei die Ausbeutung erhalten bleibt und die vielen weniger Besitzenden am meisten die wirklichen Lasten zu tragen haben.

Konzepte einer Mobilitäts- oder Energiewende sind ohne die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht denkbar. Sie brauchen soziale Orientierung und die Perspektive gesellschaftlicher Befreiung.

Es braucht kollektive Lösungsansätze, anstatt die Verantwortung auf die Individuen zu schieben. Diese Individualisierung führt zur Entpolitisierung, anstatt durch kollektives Handeln den Weg der Veränderung zu gehen. Vergesellschaftung gehört auf die Tagesordnung, um die Sicherung zentraler menschlicher Bedürfnisse gerecht zu gestalten.

Kämpfe

In Besetzungen sehen wir die Möglichkeit von direktem Widerstand. In Orten wie dem Dannenröder Forst, Lützerath und vielen anderen geht es z. B. direkt gegen Waldrodungen, gegen den Ausbau automobiler Infrastruktur und gegen den weiteren Abbau fossiler Resourcen wie der Braunkohle. Gleichzeitig sind sie auch ein Zeichen gegen den Profithunger in der kapitalistischen Wirtschaftsweise.

Dem Staat sind wir damit ein Dorn im Auge. Unsere Antwort ist die Solidarität mit allen von Repression betroffenen.


Auf lokaler Ebene unterstützen wir eine Reihe von Forderungen an die Stadt Nürnberg.

Als Schwerpunkte:

  • Den Stop der Ausbaupläne des Frankenschnellwegs und aller damit zusammenhängenden weiteren Planungen.
  • Mehr ÖPNV mit günstigeren und sozial ausgewogenen Ticketpreisen.
  • Konsequente soziale und ökologische Ausrichtung des städtischen Energieversorgers N-ergie, der sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen  und nicht auch noch jährlich satte Profite erwirtschaften muss.

Lasst uns diese und alle anderen Kämpfe für eine bessere Welt miteinander verbinden. Denn wir gewinnen nur, wenn wir uns gegenseitig solidarisch unterstützen und die Zumutungen des Kapitalismus zurückschlagen!

Über das Klimacamp hinaus

Auch wenn wir uns letzendlich entschieden haben, das Camp auf dem Sebalder Platz abzubauen, bestehen wir als Gruppe weiter. Wir werden uns so lange es nötig ist für Klimagerechtigkeit organisieren – die Zelte sind weg, aber die Menschen bleiben.
Wir organisieren uns über ein wöchentliches Plenum, jeden Donnerstag um 19:00Uhr. Wenn ihr Interesse habt, mitzumachen, dann schreibt uns und wir geben euch alle weiteren Infos.